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Die „schönste Tour am Untersberg” und andere Superlative hört man, wenn die Sprache auf die Ostwandverschneidung kommt. Eine rechte Modetour also. Wenn man so etwas hört, dann wird man meist stutzig und denkt, ok, mag ja schön sein, aber das wird halt mittlerweile auch eine rechte Marmor-Rutschpartie sein. Aus irgendwelchen seltsamen geologischen Gründen stimmt das hier nicht. Ich habe selten einen dermaßen rauen und perfekten Fels vorgefunden wie bei dieser Tour.
Die Kletterei selbst ist abwechslungsreich, zu Beginn dominiert schöne Plattenschleicherei, während man bei der Schlüssel-SL ganz ordentlich „zupacken” darf.
Weg
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Lage:
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Salzburger Hochthron (1853m), Untersberg, Berchtesgadener Alpen, Österreich. Ausgangspunkt ist die Seilbahnstation in St. Leonhard bei Salzburg.
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Zustieg:
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Man fährt mit der Seilbahn auf, geht Richtung Salzburger Hochthron, wo in einer Senke auf der linken Seite die rot markierte Abseilpiste beginnt. Die Piste verläuft über steiles kompaktes Gelände. Am Ende der Abseilpiste gelangt man in eine Mulde. Von hier aus nach links (im Aufstiegssinne) südwestlich auf Schrofenbändern zum Einstieg queren. Auch hier Vorsicht, Ungeübte unbedingt anseilen.
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Route:
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1.SL:
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Durch einen Riss (III+) gerade hinauf bis zum Beginn einer markanten Rampe.
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2. SL:
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Die Rampe an rauen Wasserrillen entlang hinaufschleichen (III+). Sehr schöne SL.
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3. SL:
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Jetzt kommt erst ein wenig gestuftes Gelände in einer rechts-links-Schleife (III+) und schließlich wieder eine schöne Platte (IV-).
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4. SL:
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Noch mal eine Platte (III) und dann ein netter kleiner Überhang (IV-) zum hochspreizen.
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5. SL:
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Jetzt wird' s schwer. Eine senkrechte Rissverschneidung, die einen ganz schön ins Schwitzen bringen kann (Schlüssel-SL, IV+). Es gibt angeblich eine leichtere Variante im Riss links daneben. Stand in einer Nische mit Wandbuch.
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6.-7. SL:
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Die letzten beiden SL sind wieder erheblich leichter (III- und II), am Ende hat man nur noch Grasschrofen zu überwinden, gerade hinauf zum Gipfel.
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Abstieg:
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Auf bequemem Weg zurück zur Seilbahnstation am Geiereck und wieder abfahren.
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Schwierigkeiten
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Technische Schwierigkeiten :
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Der obere vierte Grad sollte gut beherrscht werden, da die Schlüssel-SL erst ziemlich am Ende der Tour liegt und ein Rückzug von dort eher problematisch ist.
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Orientierung:
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Man kann die Route fast nicht verfehlen, es geht immer die Verschneidung hoch, erst über steile Plattenbänder, dann durch ein deutliches Riss-System und schließlich schrofig zum Gipfel.
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Sicherung:
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Perfekt! SH: 1-2 einbetonierte Stahlbügel pro Stand. Die Schlüsselseillänge ist klettergartenmäßig abgesichert. E0.
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Objektive Gefahren:
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Vor der Neuanlage der Abseilpiste musste man einigermaßen steinschlaggefährdet über den sogenannten „Dreierweg” abseilen. Der liegt komplett in einer Rinne mit viel Geröll. Bei uns wurde diese Aktion zum absoluten Horror, weil über uns jemand zwei unerfahrene Kletterer gleichzeitig über die schuttbeladenen Bänder abgelassen hat. Dabei wurde immer wieder prasselnder Steinschlag ausgelöst, der an der sehr ungünstig platzierten letzten Abseilstelle (kein Schutz möglich) auf uns einregnete. Wir hatten Glück, dass unsere Helme die Treffergeschosse aushielten! Unmittelbar neben uns schlugen andere Kaliber ein... Dass die obere Seilschaft es dabei noch nicht einmal für nötig hielt, uns auch nur einmal zu warnen, selbst nach unserer dringlichen Aufforderung nicht, ist wieder ein anderes Thema...
Mittlerweile ist der Dreierweg wieder eine schöne leichte Klettertour mit jeder Menge BH als Zwischensicherungen (und damit gut geeignet für erste alpine Vorsteigereien). Die Abseilpiste führt jetzt gut markiert über einen sehr kompakten und steilen Wandteil - Kompliment an den/die Einrichter!
Die zweite Gefahr ist natürlich schlechtes Wetter. Da bleibt wegen fehlender Rückzugsmöglichkeit nach unten dann eigentlich nur die Flucht nach oben. Der früher einmal übliche Zustieg von unten von der Toni-Lenz-Hütte aus wird heute aufgrund des als gefährlichen Schrofengeländes praktisch nicht mehr begangen.
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Charakteristik
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Erstbegehung:
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E. Schlager, S. Dumler
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Länge:
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250m Kletterlänge, gut 200 Höhenmeter.
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Landschaft:
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Hier machen es weniger die Tiefblicke aus (die aber in der Schlüssel-SL auch ganz nett sind), als vielmehr das Erlebnis einer unglaublichen Felsqualität.
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Material:
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Doppelseil, mindestens 2*45m, Helm! Keile, etc. sind nicht unbedingt notwendig und an den Platten auch kaum zu legen. Vielleicht ein paar Bandschlingen für's Geschröf beim Ausstieg.
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Sonstiges:
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Die Tour ist sehr beliebt, man muss also an schönen Sommertagen mit 5-7 Seilschaften (laut Wandbuch) rechnen. Vielleicht was für einen extra-Urlaubstag. Wem die Tour zu schwer ist, sollte sich einmal den benachbarten Dreierweg ansehen.
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Literatur
H. Heller: Nördliche Kalkalpen, Berg, 1991. Tour 19, Schlüssel-SL ebenfalls mit IV+ bewertet. Die hier mit III+ bewertete 2. SL erhält allerdings von Heller auch noch mal eine IV+. Vielleicht mag er ja keine Platten...
H. Höfler: Berchtesgadener Alpen, Rosenheimer, 1993. Tourenbeschreibung und Zembsch-Photo auf S.132. Bewertung wie im Bruckmann-Führer von Höfler.
H. Höfler: Klettern in den Nördlichen Kalkalpen, Bruckmann, 1991. Tour 31. Dort mit IV+ treffend bewertet, allerdings nur die Schlüssel-SL. Der Rest ist doch deutlich leichter als die IV, die Höfler vorschlägt.
H. Schöner, B. Kühnhauser: AV-Führer Berchtesgadener Alpen, Bergverlag Rudolf Rother, 1994. Tour 110. Dort mit IV- ordentlich unterbewertet.
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